Alumni-Porträts

Erfahren Sie mehr über unsere ehemaligen Student*innen. In den Interviews stehen ihre Erfahrungen während dem Studium, ihr beruflicher Werdegang und ihre persönlichen Geschichten im Mittelpunkt.

  • Bachelor of Science in Sozialer Arbeit

Porträt Bigna Brunner

«An meinem Arbeitsalltag gefällt mir das Unvorhersehbare, die Vielfalt in den Beratungen und die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit - kurz gesagt der klassische Spitalalltag. In meiner Tätigkeit fasziniert mich, dass ich trotz Schwere und Komplexität der behandelten Themen bereits im laufenden Prozess der Beratung sehr viele positive Momente erleben kann.» Im Interview berichtet Bigna Brunner über ihre Erfahrungen in der Sozialberatung.

  • Studienabschluss: Bachelor of Science Soziale Arbeit, Abschlussjahr 2021
  • Soziale Arbeit
  • Arbeitgeber: Inselspital Bern (bis Ende Juli 2022)
  • Funktion: Sozialarbeiterin in der Sozialberatung Frauenklinik

Bigna Brunner

Was haben Sie aus Ihrem Studium an der BFH für Ihren Berufsalltag mitgenommen?
Die Inhalte aus dem Studium sind derart vielfältig wie die Praxis an sich. Mit den Bezugswissenschaften als Grundlagenfächer bin ich gut gewappnet in den Berufsalltag der Sozialberatung am Inselspital Bern eingestiegen — ein sehr interdisziplinäres Berufsfeld, in welchem breites Wissen gefordert wird.

Wie sieht Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit aus? Was sind Ihre Aufgaben?
Bis Ende Juli 2022 war ich in der Sozialberatung der Frauenklinik am Inselspital tätig. Dort habe ich Patientinnen und Eltern von Neugeborenen und Säuglingen beraten, welche vor krankheitsbedingte Herausforderungen gestellt sind und Beratung zur Organisation ihres Alltags wünschen. Ab September werde ich einen Master in Sozialer Arbeit an der ZHAW absolvieren und Teilzeit in einem anderen Arbeitsgebiet in der Stadt Zürich tätig sein.

War es schon immer Ihr Ziel in der Sozialberatung zu arbeiten?
Ursprünglich wollte ich Medizin studieren. Während eines Pflegepraktikums habe ich in Gesprächen mit Patient*innen realisiert, dass meine Interessen und Stärken eher auf eine Tätigkeit in der Beratung zugeschnitten sind. Nach zweieinhalb Jahren Erfahrung in der Sozialberatung hat sich diese Einschätzung bestätigt. Dieser Bereich gefällt mir nach wie vor sehr gut.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf? Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Arbeitsalltag?
An meinem Arbeitsalltag gefällt mir das Unvorhersehbare, die Vielfalt in den Beratungen und die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit - kurz gesagt der klassische Spitalalltag. In meiner Tätigkeit fasziniert mich besonders, dass ich trotz Schwere und Komplexität der behandelten Themen bereits im laufenden Prozess der Beratung sehr viele positive Momente erleben kann. Es werden Probleme behandelt, ob klein oder gross, der Fokus liegt aber auf der Lösung derselben. Jedes noch so kurze, aber qualitative Gespräch kann Veränderungen und positive Erfahrungen hervorbringen, ohne dass bereits konkrete Lösungen vorliegen. Meiner Ansicht nach ist Kommunikation das absolut wichtigste Mittel, welches wir in jeglichen zwischenmenschlichen Situationen sehr bewusst und sorgfältig einsetzen und damit Grosses bewirken können. Mit dieser Betrachtungsweise hatte ich mich zwar im Studium auf theoretischer Ebene auseinandergesetzt, dennoch erst mit dem Einstieg in die Berufspraxis diese veränderte Perspektive auf die gesamte Beratungstätigkeit erfahren. Die Schwere der Probleme ist in den Hintergrund und die Lösung sowie die positiven Erfahrungen der Patient*innen und Angehörigen ins Zentrum gerückt.

Wie haben Sie den Übergang vom Studium zum Beruf erlebt?
Mit einem Praktikum und einer befristeten Anstellung in der Sozialberatung des Inselspitals während des letzten Studiensemesters konnte ich bereits Berufsalltag schnuppern, bevor es "richtig” losging. Mit der Festanstellung im direkten Anschluss ist der Übergang fliessend verlaufen, was sehr angenehm war und den Start insgesamt wesentlich erleichtert hat. Das Praktikum kann ich im Nachhinein als ”Startschuss” betrachten, welcher sehr wertvoll war. 

Sind Sie Mitglied in einer Alumni-Organisation? Was ist für Sie ein Mehrwert der Alumni-Arbeit an Hochschulen?
Ich bin (noch) nicht Mitglied einer Alumni-Organisation, finde die Arbeit jedoch sehr interessant und wichtig. Bis heute hatte ich noch keine Kapazität, mich aktiv damit zu beschäftigen. Vielleicht kommt das im Verlauf des Masterstudiums. Ein Mehrwert sehe ich in der Weiterentwicklung des Studiengangs aufgrund von Rückmeldungen sowie geteilter Erfahrungen. Zudem holt die Alumni-Arbeit die Studienabgänger*innen zurück in die aktive Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Beruf, was ich grundsätzlich unterstütze.

Wie finden Sie den Ausgleich zu Ihrem Beruf?
Ich suche und verbringe bewusst möglichst viel unbeschwerte Zeit mit Freunden, Familie oder auch alleine. Ich betätige mich aktiv mit Ashtanga Yoga oder Joggen/Wandern und koche leidenschaftlich gerne. Grundsätzlich folge ich dem Motto, dass ein gutes Leben aus Kontrasten besteht, und somit Abwechslung der Schlüssel ist. Ich brauche zugleich Tiefe und Oberfläche, um eine gute Balance zu bewahren.

Welchen Rat geben Sie künftigen und aktuellen Student*innen mit auf den Weg?
Für das zweite Praktikum einen Bereich auszuwählen, in welchem ich mit grosser Sicherheit auch weiterhin würde arbeiten wollen, hat mir den nahtlosen Übergang in die Berufspraxis ermöglicht. Ein wohl überlegtes zweites Praktikum würde ich allen Student*innen empfehlen, zumal der Einstieg in einen neuen Bereich ohne Berufserfahrung nicht ganz einfach zu sein scheint (gemäss geteilten Erfahrungen von Studienkolleg*innen). 

Weitere Informationen
Interview im d-Journal (Juli 2022)

(Stand des Interviews: September 2022)